Plattformen für die Automotive-Werkzeugkette
Zusammenfassung
Standardisierte Plattformen setzen sich in vielen Bereichen als Antwort auf die gestiegenen Entwicklungskosten und Qualitätsprobleme in der Softwareentwicklung durch.
In der Automobilindustrie werden innerhalb von AUTOSAR und Genivi Plattformen für die Steuergerätesoftware definiert. OEMs und Zulieferer versprechen sich hierdurch eine Kostenreduktion und Qualitätssteigerung durch standardisierte Schnittstellen. Einheitliche Plattformen verbessern die Qualität der Infrastruktur-Anteile der Software und erlauben eine Fokussierung auf die differenzierenden Funktionalitäten. Diese Vorteile ergeben sich auch beim Einsatz einer Plattformstrategie in der Werkzeugentwicklung.
Kostenreduktion durch Plattformen
Betrachtet man die Entwicklungswerkzeuge im Produktenstehungsprozess, so werden viele ähnliche Funktionalitäten von den Werkzeugherstellern unabhängig aufs Neue und mit unterschiedlichen Technologien entwickelt, darunter Datenhaltung, Benutzerschnittstellen, Anbindung an Architekturwerkzeuge und grafische Editoren.
AUTOSAR beispielsweise definiert ein XML-Austauschformat, um AUTOSAR-Beschreibungen über Werkzeuggrenzen hinweg verarbeiten zu können. Drei Werkzeuge unterschiedlicher Hersteller lesen das XML ein und halten die AUTOSAR-Modelle anschließend in einer eigenen spezifischen Repräsentation im Speicher.
Dieselbe Funktionalität muss vom Kunden somit drei Mal bezahlt werden. Dabei ist das XML sehr komplex und die Implementierung aufwändig. Es liegt der Schluss nahe, Wiederverwendung auch für die Werkzeugkette einzufordern. Offene Plattformen bieten hierzu die Möglichkeit. Eclipse kann hierbei in verschiedenen Szenarien zum Einsatz kommen.
»out of the box«
Eclipse bietet viele Anwendungen, die direkt eingesetzt werden können. Dies umfasst Entwicklungsumgebungen für C und Java, aber auch Modellierung gemäß UML, Datamining und weitere.
Integrationsplattform
Durch das einheitliche Datenmodell und die gemeinsame Infrastruktur können Werkzeuge so entworfen werden, dass sie enger verzahnt sind und Werkzeugbrüche vermieden werden können.
Projektspezifische Funktionen
Entwicklungsabteilungen können auf dieser Plattform spezifische Funktionen aufsetzen, die nicht von den Werkzeugen bereitgestellt werden.
Basis für Applikationen
Teil der Eclipse-Plattform sind Frameworks für Datenhaltung, Benutzerschnittstellen, grafische Editoren, Formulare oder Webzugriff. Projekte können Ihre Entwicklung darauf aufsetzen und so die Kosten reduzieren. Für bestimmte Branchen existieren zusätzliche Plattformen – teilweise unabhängig von Eclipse. Für den Automobilbereich ist dies z.B. Artop.
Artop
Die AUTOSAR-Tool Platform (Artop) ist eine Eclipse-basierte Implementierung grundlegender Funktionalität für AUTOSAR-Entwicklungswerkzeuge. Artop und sein Quellcode sind für alle AUTOSAR-Mitglieder und -Partner frei verfügbar.
itemis sieht Artop als tragfähige Plattform für Entwicklungswerkzeuge im Automobilbereich und bringt seine Technologien in der modellbasierten Software-Entwicklung als Contributing Member in das Projekt ein. itemis berät OEMs und Werkzeughersteller bei Entwicklung, Anpassung und Einführung Eclipse und Artop-basierter Werkzeuge.
ARText
AUTOSAR-Modelle für Gesamt- und Teilsysteme können beträchtliche Größen erreichen. Die Erfahrung bei der Erstellung und Verwaltung derartiger Modelle zeigt, dass grafische Editoren hier oft an Grenzen stoßen.
Eine leistungsfähige Alternative sind moderne textuelle Sprachen. Textuelle Modelle lösen anders als grafische Modelle Fragestellungen wie Versionsverwaltung und Modellvergleich. Dabei sind textuelle Editoren wesentlich kostengünstiger zu implementieren – sie werden zu einem Großteil automatisch generiert.
ARText stellt einen komfortablen Editor für AUTOSAR-Modelle bereit, der auf der von itemis entwickelten Kerntechnologie »Xtext« basiert. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie Unterstützung beim Einsatz und der Anpassung von ARText benötigen.
